04.02.2007

Ben Folds & Clem Snide (solo), Muffathalle, München, 2.2.2007

"Es schwankte zwischen groß und schön." (C. Keders)

Mehr muss man zu Ben Folds freitäglichen Auftritt eigentlich nicht zu sagen.

Als wir gegen 20:30 Uhr - Einlass war ab 20:00 Uhr - in der Muffathalle ankamen, war diese gerade mal zur Hälfte gefüllt. Aber bis 21:00 trafen tröpfchenweise, aber stetig immer mehr Besucher ein, bis der Saal schließlich während des Auftritts der "Vorgruppe" so gut wie voll war.

A propos: Den Einheizer spielte Eef Barzelay, Gitarrist und Bandchef der US-Indierocker "Clem Snide" (als "Clem Snide (solo)" stand er auf der Eintrittskarte). Gottseidank währte sein Autritt nur eine halbe Stunde, denn das dargebotene akustisches Gitarregeschrammel und dylanartige Betroffenheitsgenöle (auch wenn dies teilweise sarkastische gemeint sein mag) war nach spätestens anderthalb Stücken mangels musikalischen und sonstigen Abwechslungsreichtums einfach langweilig.Es mag mutig sein, sich alleine vor ein tausendköpfiges Publikum zu stellen, aber Mut garantiert eben noch keine Unterhaltsamkeit.

Gegen 22:00 war "Clem Snide (solo)" aber schnell vergessen. Ben Folds und seine beiden Begleiter betraten zu den Klängen von "The Final Countdown"(??) die Bühne und begann mit dem eher obskuren "Theme from 'Dr. Pyser'" einen erinnerungswürdigen Auftritt. Bemerkenswert u.A., wie die Band immer locker, aber trotzdem ernsthaft und nicht albern blieb und so mühelos den Brückenschlag zwischen Melancholie und Partystimmung schaffte.

So war auch das Konzert aufgebaut: Im ersten Teil gab es hauptsächlich neuere, tendenziell eher ruhigere und/oder hymnischere Stücke, speziell einige von "Songs for Silverman", bei denen Folds und Band wunderbaren Satzgesang boten und von der Dynamik her übergangslos zwischen Bombast und Intimität hin und her pendelten. Nach einem wirklich kurzen, introspektiven Solo-Teil (die themenverwandten, aber inhaltlich entgegengesetzten "Brick" und "Gracie") begann mit "Army" der "Party"-Teil des Abends mit den rockigeren, schnelleren Nummern, der in speziell für mich passender Weise mit "Underground" abgeschlossen wurde - der Nummer, über die ich Ben Folds kennen und lieben lernte. Und als es als Zugabe "Not the Same" inklusive Publikumschor sowie "One Angry Dwarf" als Rauswerfer gab, war nach knapp zwei Stunden Ben Folds live ein nahezu perfekter Konzertabend viel zu schnell zu Ende.

Kommentare

Juhu, jetzt freu ich mir noch mehr aufs Konzert morgen in der Live Music Hall in Kölle.

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