Batman: The Dark Knight
"Batman Begins" mochte ich seltsamerweise nicht sonderlich. Dementsprechend war ich trotz des massiven Vorab-Hypes und Kassenerfolgs in den USA wenn nicht skeptisch, so doch vorsichtig gestimmt, als ich im Cinema zu einer von mehreren Vorabaufführungen von "The Dark Knight" saß (erstaunlicherweise fast einen Monat vor dem offiziellen Deutschland-Start des Films).
Daher wurde ich diesmal nicht wie noch bei "Batman Begins" enttäuscht, sondern - mild - positiv überrascht.
"The Dark Knight" ist definitiv ein wuchtiges Stück Action- und Comic-Kino, das - von den unvermeidlichen Batman-Gadgets abgesehen - erstaunlich realistisch daher kommt: Mit einem rauhen, dreckigen, aber nicht überzeichneten Gotham voller Mafia und Korruption, aber auch mit aufrichtigen Gutmenschen, die im Strudel des Verbrechens zurechtzukommen versuchen.
Und mit einem - tatsächlich - fantastischen Heath Ledger als Joker, der weniger irre, sondern als ausgleichendes Element zu Batman wirkt, als die Naturgewalt, die sich dessen anscheinend übermächtiger Selbstjustiz entgegen stellt, die nicht nur die Staatsgewalt inoffiziell hinter sich weiß, sondern, vertreten durch Wayne Enterprises, auch den Wirtschaftssektor mit all seiner technologischen Macht.
Trotzdem krankt auch "Batman: The Dark Knight" am gleichen Syndrom, das schon "Batman Begins" aufwies, auch wenn es dort implizit war und hier eher explizit ist: Dem übermäßigen Hang dazu, Figuren zu erklären.Im Vorgängerfilm war es die ellenlang ausgebreitete Vorgeschichte und Movation Bruce Waynes, hier ist es der Joker:
Zwar wird dessen Geschichte nicht erzählt, aber immer wieder schwadroniert der Joker selbst lang und breit über seine Rolle als "Chaos", das allen - den guten wie den Bösen - schwere Entscheidungen abverlangt, die unvorbereitet getroffen werden müssen. Vielleicht hatte Nolan das Gefühl, dies dem Zuschauer vorkauen zu müssen, passen tut's jedenfalls nicht: Chaos erklärt sich nicht selbst, es ist einfach.
Außerdem: Batmans chronische überzogene Heiserkeit nervt nach wie vor.
Davon abgesehen: Schon unterhaltsames, verdammt gut gemachtes Kino. "Iron Man" fand ich trotzdem unterhaltsamer und charmanter.
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