13.12.2004

Bandnamen, der ewige Totemtanz

Jeder Musiker, der einmal in einer neu gegründeten Band aktiv war, kennt die verzweifelte Suche nach dem Namen mit dem gewissen Etwas. Um Zitat #369 auf bash.org zu paraphrasieren: "Bandnamen sind wie Frauen; die guten sind immer schon vergeben". Auch die ganz Großen kennen das leidige Thema: nicht umsonst hält Bassist Tony Levin eine umfassende Liste mit potentiellen Bandnamen vor.

Wenn sich nur definieren lässe, was das "gewisse Etwas" überhaupt ausmacht. Ein guter Sprachklang gehört natürlich dazu. Einfach aussprechen sollte sich der Name lassen, sich gut merken lassen, aber wiederum nicht so gewöhnlich sein, dass eine Fersehsendung, ein Nachtclub sowie eine Editorsoftware danach benannt sind und eine Suche bei Google 31 Millionen Treffer ergibt. (Das ist eigentlich ein nettes Rätsel. Welche Band ist gemeint?)

Als gewisses-Etwas-Surrogat-Extrakt kann man natürlich seltsame Buchstaben benutzen. Und neben literarischer Inspiration zwischen Burroughs und Tolkien werden gerne mythisch klingende Begriffe hergenommen, siehe "Motor Totemist Guild" / "U Totem" und "Runaway Totem" / "Universal Totem Orchestra".

Angesichts der Schwierigkeit der Aufgabe nimmt es mich fast Wunder, dass ebenso exotische wie geheimnisumwitterte, obendrein flüssig von der Zunge fliessende Begriffe wie Pauka Prukan und Grisi Siknis noch nicht zu Bandnamen-Ehren gekommen zu sein scheinen (Ups! Jetzt kann ich mir wohl abschminken, jemals selber eine Band so nennen zu können, falls ich nochmal Bedarf haben sollte...), obwohl es das anscheinend wesensverwandte Piblokto(q)-Phänomen immerhin seit einiger Zeit schon geschafft hat.

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