BajaBuch, 3: Lasst die Spiele beginnen
Der rasende Reporter Fix Sadler live aus Mexicali:
Es soll ja Leute geben, die sich durch die Droge "Rockstar" sehr verändern. Herr Udo G. aus M. zeigt sich ungewohnt empfänglich für diesen "Schulteraffen", so dass ich seine Blogarbeit übernehmen muss.
"Kümmer Dich mal um die daheimgebliebenen Fanscharen, ich habe einen TV-Auftritt".
...
Ok, hier bin ich nun um Euch zu berichten. Von Bands auf Schul-Combo Niveau, von Gruppen die mehr nach Boogie-Woogie denn Prog klingen und dem ultimativen Radio-Interview Overkill. Eins nach dem anderen.
Wie eigentlich jeden Tag beginnt unsere Mission mit einem ausgiebigen Frühstück im ausgezeichneten Restaurant des Araiza Inn. Ist schon eine nette Angelegenheit, wenn man ab 7.00 Uhr 3 Liter Kaffee in sich reinkippt (Trigon und Anhang zeigen den hiesigen Menschen was den Begriff "Kaffetante" auszeichnet). Satt und sehr wach geht es ca. 27 Schritte in Richtung Pool und Festival-Gelände, wo man im strahlenden Sonnenschein auf den Beginn des Mittags-Event warten kann. Und der Event kommt, erbarmungslos...
1.) Menache
Angekündigt von Alfonso Vidales (Tausendsassa des Festivals und Keyboarder von Cast) legt die Band einen Gig der Sorte "überflüssig" hin. Flacher Neoprog mit unüberhörbarer Nervosität, schwacher Instrumental-Darbietung und nervendem Gesang. Tut mir leid, das war weniger als nix und verhagelt uns so nachhaltig die Laune, dass wir uns genötigt sehen das Event zu verlassen und unser Heil im Steakhaus zu suchen. Das führt dazu dass:
2.) IL Castello di Atlante
...an uns vorbei geht (wenn es doch so nett im Restaurant ist...). Aus gut informierter Quelle wird mir allerdings zugetragen, dass auch die Italiener nicht die allergrösste Anziehungskraft hatten. Schwamm drüber.
Gegen 17.30 (mexikanische Zeit, also zwischen 30 und 60 Minuten später) bringt uns ein Shuttlebus zum Abend-Event im Teatro del Estado. Das "Teatro" ist wörtlich zu nehmen, handelt es sich doch hierbei um einen bestuhlten Saal mit Ballet-Bühne und ansteigenden Sitzreihen (lediglich die Balkone fehlen). Im Eingangsbereich des Gebäudes ist es verdächtig leer... Kein Merchandise? Keine CD-Stände? Deutet sich da ein Drama an? - Nein! In einem Nebensaal finden wir den benötigten Stoff. Greg Walker ist da, Musea ist da, weitere Dealer versuchen ihren Stoff an den Mann zu bringen. Udo, Harry und ich verfallen einem ersten Kaufrausch...
Gegen 19.30 eröffnet Alfonso Vidales (Tausend... äh, Ihr wisst schon) das Festival endgültig und begrüsst immerhin 400 Leute +/- zur ersten Band.
3.) Ashtar
Ach Du grosse Güte, was ist das denn? Gothic-Folk-Metal-Geschrammel? Die Band lässt eigentlich kein Kitsch-Fettnapf aus, der Sound ist absolut grausam (kein Bass, keine Drums), die Sängerin jodelt sich durch die Stücke... kurz: die dritte Band, der dritte Reinfall. Genervt trifft sich das gesamte Trigon-Team in der Lobby wieder. Die Zeit wird mit nachhaltigem Geläster überbrückt.
So langsam macht sich bei uns eine gewisse Nüchternheit breit, doch unsere Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss des ersten Festival-Tages wird durch die erste uns bekannte Band genährt.
4.) Taal
Die Franzosen entern gegen 21.00 Uhr die Bühne. Wieder hat sich das Besetzungskarussell gedreht. Kein zweiter Drummer, kein kleines Kammerorchester mehr, dafür eine Viola-Spielerin... na ja. Erneut ist der Sound unter aller Sau und mir läuft schon ein kleines Wuttränchen die Backe runter, als wie durch ein Wunder ab dem dritten Stück Taal ihrem hervorragenden Ruf gerecht werden und einen energischen Set in toller Klangqualität zum Besten geben. Mit 2 brandneuen Stücken zeigt die Band, dass man sich auch zukünftig auf burlesken Metal-Sympho-Polka-Chanson freuen darf. Viola (ein absoluter Gewinn, da auch im Mix weit vorne etabliert) und Querflüte setzen perfekte Ausrufezeichen, die Band ist tight, der Gig macht Spass. Hurra! Den absoluten Höhepunkt setzt aber Timmy, der wie aus dem Nichts Beifall auf offener Szene klatscht, sein schütteres Haar in Wallung bringt und mir ins Ohr brüllt "das ist geil, jawoll" - Stimmt, Timmy ;)
5.) Caravan
Es ist schon spät, wir sind schon müde, Rainer und Stefan schlummern bereits, aber für die Ikonen des Canterbury muss noch Zeit sein. Und tatsächlich, Caravan legen einen hervorragenden Gig hin! Relaxed, groovy, professionell, Spass vermittelnd - Respekt! Ich mag die Band ja nicht so besonders, und auch (oder gerade) weil so mancher Groove auch fast von Status Quo (an dieser Stelle leiste ich im Vorfeld Abbitte an alle Caravan-Fans, betrachtet mich einfach als ignoranten "SebFix") stammen könnte machen das Mitschunkeln richtig Freude. Im übrigen verdient das coolste Löffel-Solo aller Zeiten respekt. Wer nicht dabei war, kann sich nur deswegen in den Hintern beissen! ;)
Irgendwann übermannt uns aber dann doch alle die Müdigkeit und wir verlassen mit einem guten Gefühl das Teatro - morgen kommen wir wieder!
P.S.: Trigonauten geben Interviews, Trigonauten geben Interviews, Trigonauten geben Interviews, Trigonauten geben Interviews tbc...
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