Avalon
Die Geschichte von "Avalon" als solche ist damit nicht gemeint. Diese ist eine Variante des sich spätestens seit "Matrix", eher schon seit William Gibson langsam aber sicher zu einem eigenen Mythos entwickelnden Themas "Verloren im virtuellen Raum - oder doch nicht?": Im Polen der Zukunft frönt man einem Virtual-Reality-Spiel namens "Avalon", einer Art Kriegsimulation mit zwischen Futuristik und Retro-Look schwankenden Panzern und Waffen, in denen die Spieler nichtsdestotrotz in Rollen schlüpfen, die eher nach klassischem Rollenspiel klingen: Krieger, Bischof, Dieb etc.
Die Kriegerin Ash hört von einem geheimen Level namens "Special A", der normalen Spielern nicht zugänglich ist. Als ein ehemaliger Partner von ihr bis dorthin vorgedrungen sein soll, aber seitdem im Koma liegt, beschließt sie, den Weg nach "Special A" zu finden, wozu sie in Avalon ein geheimnisvolles Kind finden muss.
Die Seltsamheit beginnt damit, das "Avalon" eine japanisch-polnische Koproduktion ist: Der japanische Regisseur Mamoru Oshii drehte mit einem japanisch-polnisch gemischten Team mit polnischen Darstellern in polnischer Sprache in Polen. Damit hört die Seltsamheit aber nicht auf. Die elegische Inszenierung mit vielen langen und stummen, oft statischen Einstellungen, die fahlen Farben der Bilder im ersten Teil des Films, eine Geschichte die kaum Erklärungen bietet: All dies erzeugt jedenfalls eine sehr spezielle Stimmung - macht "Avalon" dadurch aber auch nicht spannender als das kleine Fernsehspiel im ZDF. Es wird wenig geredet in "Avalon", wenn aber doch, dann handelt es sich um lange Expositionsdialoge, die so wirken, als ob genau so sehr für den Zuschauer genauso gedacht, wie für die Charaktere. Auf irgendwie hypnotische Weise faszinierend ist das Ganze, aber auch langatmig und bemüht bedeutungsschwanger, nach dem Motto: Denk nach, Zuschauer, denk ja nur nach. Allerdings kann man auch "welthaltige" (unser aller Lieblingsvokabel) Filme drehen, die gleichzeitig unterhaltsam und temporeich sind. Die wenigen Actionszenen in "Avalon" wirken allerdings eher wie Fremdkörper und sorgen auch nicht unbedingt für Aufregung.
Ein seltsamer Film.
Weitere aktuelle Beiträge
- 08.02.2009 - 13:36
- 04.02.2009 - 10:11
- 20.01.2009 - 16:49
- 14.01.2009 - 14:21
- 11.01.2009 - 16:42
Audio-Beiträge
- 24.11.2008
- 24.10.2008
- 23.07.2008
- 01.06.2008
- 08.04.2008
Bildergalerien
- 11.01.2009
- 12.11.2008
- 16.10.2008
- 30.09.2008
- 15.09.2008
Kommentare
Kommentar hinzufügen