08.06.2007

Augenwischerei

Jo, das hat sich gelohnt. Ein Danke an die Videoprogrammmacher des Burger-King-Kanals, dass sie ein Stück von Malajube liefen ließen. Deren aktuelles Album "Trompe-l'œil" ist inzwischen in casa progblog.de eingetroffen und erfreut sich ausnehmender Beliebtheit. Die Frankokanadier sind so überschwänglich zugange, dass man sie einfach gern haben muss, so überschwänglich, dass es an Hysterie grenzt - doch das erinnert mich nur in positiver Weise an Franzosen wie Emmanuel Booz oder meinetwegen Ange, aber eben in einem Pop-Kontext, gewürzt durch Chansonanflüge.

Die Arrangements sind oft proppevoll gepackt, klingen wie nahe am Anschlag, und diese Anflüge von Bombast und das gnadenlos rumpelnde Schlagzeug treiben die Musik auch in den Momenten voran, in denen Malajube waghalsig um Ecken und Kanten springen, die sie dem offenohrigen Progger nahebringen könnten, also Rhythmus-Wechsel (siehe "Montréal -40°C", das Stück aus dem Burger King) oder auch mal ein bisschen Polymetrik (4/4 über 3/4 in "Le Crabe", auch sonst wohl das offenkundigst proggige Stück der Platte, das neben den Rhythmusspielereien auch den Kontrast zwischen ruhig-akustischen Passagen und Über-Bombast beinhaltet). Und zwischendrin gibt es mit "La Russe" auch einen leicht verqueren Elektro-Ausflug, der mich sogar an "Sebkha-Chott" erinnert, evtl. wegen der ähnlichen Gesangsart, bevor "Fille à Plumes" als hektische Indie-Hymne gegensteuert.

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