10.03.2007

Auftriebspielzeugwarnung

Alleine durch Ihren Namen verdienen sich "Flotation Toy Warning" aus London eigentlich ein genaueres Hingucken und -hören. Dazu kommt, dass derstandard.at sie als "Progrock-Schlagerkönige". Eigentlich nicht gerade eine Empfehlung, denn bei "Schlagerkönig" denke ich am ehesten an Jürgen Drews oder meinetwegen Ralph Siegel. Aber vielleicht hat das Wort "Schlager" bei unseren österreichischen Nachbarn eine andere Bedeutung oder wenigstens andere Konnotationen als im bundesdeutschen Gebrauch? Egal. Wenn in der Presse das P-Wort verkommt, bin ich grundsätzlich erstmal neugierig, "Schlager" hin oder her.

Und stelle fest: Mit Schlager hat "Bluffer's Guide to the Flight Deck", das erste und bis dato einzige Album von "Flotation Toy Warning", nichts zu tun. Mit "Progrock" allerdings auch nicht allzu viel. Im Großen und Ganzen handelt es sich dabei um jammerigen Indie-Pop, der immerhin stellenweise vergleichsweise aufwändig arrangiert und produziert ist, z.B. unter Zuhilfenahme von Streichern oder Bläsern. Dies erinnert gelegentlich an die grandiosen Flaming Lips, wenn auch mit weniger Charme, Raffinesse - und Prog. Hier und da schimmert ein leichter Brian-Wilson-Einfluss durch, deutlich z.B. in der zweiten Hälfte von "Fire Engine on Fire pt.I" oder in "How the Plains Left me Flat" (dem eigentlichen, vor dem Hidden Track).

Insgesamt ist das Ganze eigentlich gar nicht mal schlechter alternativer, üppig aufgemachter (Art)Pop. Aber das unablässige vokale Gejammer und die häufigen Zirpe-Vibrato-Synthie/-Keyboard-Sounds nervten mich auf die gesamte Spielzeit unbotmäßig an und mindern mein Vergnügen merklich.

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