09.11.2008

Asia Filmfest 2008: Chocolate

Auch wenn der Titel eher eine leicht melancholische Komödie erwarten lassen könnte: Wenn ein neuer Film von Prachya Pinkaew und Panna Rittikrai, den Entdeckern und Förderern von Tony Jaa und Machern von "Ong-Bak" sowie "Tom Yum Goong" ansteht, weiss man eigentlich im Voraus, worauf man sich einlässt, und so kommt es auch.

Wie "Tom Yum Goong" im Wesentlichen die gleiche Geschichte erzählt wie "Ong-Bak", so macht dies auch "Chocolate" (Suppe, Schokolade, komisch), nur dass diesmal nicht Tony Jaa auf akrobatische Art und Weise Bösewichte verhaut und deren Knochen bricht, sondern mit Jeeja Yanin (eigentlich heisst sie Nicharee Vismistananda...) eine zierliche junge Dame. Prachya Pinkaew selber dürfte dies durchaus bewusst sein: Nicht umsonst lernt seine Hauptfigur u.a. dadurch Martial Arts, dass sie sich "Ong-Bak" und "Tom Yum Goong" auf Video anschaut...

Dort wie hier ist die Hauptfigur entfremdet von ihrer Umgebung (in "Ong-Bak" ein Landei in der Stadt, in "Chocolate" eine Autistin unter Normalen), dort wie hier steht ihr ein bauernschlauer leicht übergewichtiger Sidekick bei, dort wie hier muss die Hauptfigur etwas besorgen, um jemandem zu helfen (dort den Dorfbewohnern, hier der krebskranken Mutter), dort wie hier gibt sich der Film eine gewisse Alibi-Mühe, ein ernstes Thema anzusprechen (dort Drogensumpf, hier Autismus). 

Aber letztenende ist dies alles nur lästiger Ballast auf dem Weg zu den Kampfszenen, wegen derer man sich "Chocolate" genauso wie "Ong-Bak" ansieht, und in denen der Film auch nicht enttäuscht: Jeeja Yanins als autistische Savant mit "photographischem" motorischen Gedächtnis beweist in den Kampfszenen große Akrobatik, und fast nimmt man ihr ab, dass die reihenweise schwere Jungs auseinander nehmen könnte. Trotzdem - bei Tony Jaa sehen die Kämpfe erstaunlicherweise nicht nur kraftvoller, athletischer und echter, sondern eben auch eleganter und flüssiger aus.

Macht aber nichts, denn auch so gibt es vor allem in der zweite Non-Stop-Action-Hälfte des Film einige tolle Kämpfe, vor allem der über drei Stockwerke führende an der Wand eines Hauses - der aber vor allem eines zeigt: Dass die wahren Stars dieses Films die verschiedenen thailändischen Stuntmen sind, die beim Dreh im wahrsten Sinne des Worte Kopf und Kragen riskiert haben, wobei man während der im Abspann gezeigten Outtakes dann auch reichlich schmerzvoll (verdammte Spiegelneuronen!) zusehen kann.

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