Asia Filmfest 2008: Ashes of Time Redux
Aus dem Programm des Asia Filmfests 2008: "Viele glaubten nicht daran, dass Wong Kar
Wai, der Meister des stilisierten Ruhekinos
auch einen Kampfkunstfilm inszenieren
könnte." Zu recht - zumindest, wenn man "Ashes of Time Redux" zum Maßstab dafür nehmen muss.
Der Film ist bedeutungssschwangerer Schwulst, der nicht zur Niederkunft kommt, quasi invertierter Kitsch: Während Kitsch nach größtmöglicher Verständlichkeit strebt, versucht Regisseur Wong Kar Wai hier anscheinend das Gegenteil - trotzdem treffen sich Kitsch und "Ashes of Time Redux" wieder im Niemandsland der Langeweile.
Elegische Stimmung und vermeintlich "schöne" Bilder reichen einfach nicht, um die Wahllosigkeit der Handlungsfetzen auszugleichen, dazu kommt eine - Yo-Yo Ma hin oder her - aufdringliche, aufgeblasene Filmmusik. Lediglich die wenigen und kurzen verwaschenen Kampfszenen im dritten, dem Herbstteil des Filmes erzeugen eine ähnlich seltsame, aber faszinierende Stimmung, wie sie etwa auch den Abmalungen Gerhard Richters eigen ist.
Das beste am Eröffnungsabend des Asia Filmfest war jedenfalls die gewohnt ungelenkte, aber sympathische Ansprache der beiden Festivalmacher. Fast hätte ich das Festival dieses Jahr verschlafen, und wenn ich nur "Ashes of Time Redux" sehen würde, wäre es nicht sehr schade darum gewesen. Aber Tage und Abend und so, schließlich läuft noch "Tokyo Gore Police"...
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