20.10.2005

Asia Filmfest 2005: Azumi 2 - Death or Love

Wenn man über Fortsetzungsfilme schreibt, kann es passieren, dass man vor lauter Vergleichen mit dem ersten Teil bzw. den vorhergehenden Teilen den Film als eigenständigen solchen nicht genügend würdigt. Deshalb als allererstes ein paar allgemeine Worte zu Azumi 2 (dem zweiten Teil von, wen wundert's?, Azumi), der gestern als Eröffnungsfilm des diesjährigen Asia Filmfests lief: ein mittelprächtiger Metzelfilm, der sich vergeblich Mühe gab, durch halbgare emotionelle und philosophische Momente mehr als ein solcher zu sein. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich überzeugend.

Jetzt in Relation zu "Azumi" selbst: mit dem Wechsel des Regisseurs vom Spielkind Ryuhei Kitamura zu Shusuke Kaneko velor diese Fortsetzung große Teile des verqueren Charmes, der zumindest die zweite Hälfte des ersten Films prägte. Die Grundgeschichte (jugendliche Attentäter sollen landesweiten Krieg durch priesterlich sanktionierte Ermordung von Warlords verhindern und geraten dabei in persönlichen und moralischen Konflikt) war ähnlich. Die Cinematographie hatte wesentlich weniger Tiefe, wirkte stellenweise beinahe fernsehartig flach. Auch die Kinetik der Bilder war deutlich statischer, die Kampfszenen weniger spektakulär. Zwar bemühte man sich, ähnlich prägnante und hassenwerte Gegnerfiguren wie den psychopathischen Transvestiten und den Affenninja im ersten Teil aufzubauen, aber diese blieben - charakterlich - blass. Der erste Teil steigerte die Intensität und Effektivität der Konfrontationen Azumis kontinuierlich, in "Azumi 2" wechselten sich blasse Kampfszenen und (teils zu lange und zähe) Charaktermomente auf ungefähr gleichbleibendem emotionalen und technischen Niveau einfach immer und immer wieder ab.

Aber genug gemeckert: als eigenständiger Film war "Azumi 2" kein Reinfall, aber auch keine unbedingt Empfehlung wert, im Vergleich zu "Azumi" halt ein klarer Rückschritt.

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