Asia Filmfest 2004: Azumi
Nach The House Of Flying Daggers stand gestern der zweite Teil unseres Besuchs im Mathäser Filmpalast beim münchener Asia Filmfest an: "Azumi".
Der relativ grosse Saal 11 des Filmpalasts war diesmal nicht ganz so prall gefüllt wie noch am Samstag abend, dennoch waren fast alle Plätze besetzt. Das Asia Filmfest scheint also recht grossen Publikumszuspruch bekommen zu haben. Ich hoffe, es hat gereicht, um eine zweite Auflage im nächsten Jahr möglich zu machen.
"Azumi" selbst war ein netter Metzel-Film: Charakterentwicklung und Story waren nebensächlich. Eine Gruppe von fünf blutjungen Attentätern, die von einem Meister seit ihrer Kindheit darauf trainiert wurden, möglichst effizient und skrupellos potentiell kriegstreiberische japanische Fürsten zu beseitigen, werden endlich zur Aufnahme ihrer Mission in die Welt geschickt. Gewalt und Gemeuchel folgen. Ausser einigen Comic-Relief-Nebenfiguren ging's dabei erstaunlich ernsthaft zu, ernsthafter jedenfalls, als ich es erwartet hatte. Etwas seltsam war die Botschaft bezüglich der weiblichen Hauptfigur: diese steht in einer männlich dominierten Umgebung ihren "Mann", und sobald sie sich zum ersten Mal in weibliche Gewänder kleidet, mutiert sie auch vom Verhalten zu einem nahezu wehrlosen Mädchen. Das währt aber nur kurz, kaum wandet sie sich wieder praktischer, mutiert sie zurück zum gnadenlosen Killer. Ihr Übergegner hingegen ist ein beinahe travestie-artiger Psychopath in wallend-weissen Gewändern mit Rosenfetisch und viel Make-Up, der natürlich am Ende bekommt, was er verdient, auch wenn der Preis dafür hoch ist.
Die Kampfszenen, vor allem das Massengemetzel kurz vor Schluss, waren ziemlich eindrucksvoll und vor allem in der Fülle der Beteiligten, hervorragend choreographiert. Störend war allerdings die schlechte Bildqualität und die blassen, teils sehr dunklen Farben. Wir hatten allerdings den Verdacht, dass die Vorführung von einer DVD stammt: dafür sprach das teils pixelige Bild und die ebenfalls auf der grossen Mathäser-Leinwand pixeligen Untertitel. Das minderte das Vergnügen an den dynamischen Szenen. Davon abgesehen würde ich mich aber freuen, wenn es nächstes Jahr ein weiteres Asia Filmfest in München geben würde :-)
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