27.09.2007

Architecture in Helsinki & Yacht, Ampere, München, 22.9.2007

Endlich hab ich's auch einmal ins Ampere im Muffatwerk geschafft. Zwar gibt es den Club noch nicht so lange, dass man nicht mehr "neu" zu ihm sagen könnte, aber andererseits lange genug, dass ich schon einmal hätte da sein können. Hübscher Veranstaltungsort, doch, nicht allzu groß, mit der Bühne an der langen Seite des Raums, so dass man nirgends weit weg vom Geschehen ist, einer langen Bar direkt gegenüber, so dass man immer gut an Getränke kommt, und obendrein einem Balkon Schrägstrich einer Galerie - die aber zum "Architecture in Helsinki"-Konzert leider nicht offen war (könnte an meiner Anwesenheit liegen, zumindest scheint sich eine Regel aus meinen letzten Konzertbesuchen zu ergeben). Bei unserem Eintreffen (immerhin eine halbe Stunde nach offiziellem Einlass) war das Ampere noch so gut wie leer, füllte sich im Laufe des Abends aber sehr ordentlich. Viel mehr Leute hätte man zu Beginn des Auftritts von "Architecture in Helsinki" nicht mehr reinlassen müssen.

Vorher gab's mit "Yacht" aber noch einen allerliebsten Einheizer. "We are Yacht", stellte Spargeltarzan Jona Bechtolt sein MacBook und sich vor. Und dann gab's die wohl beste Karaoke-Veranstaltung, der ich bisher beiwohnen durfte. Sagen wir so: Bei "Deutschland sucht den Superstar" wäre Yacht/Bechthold wahrscheinlich vor dem Recall rausgeflogen (das ist von meiner Seite übrigens nicht als Kritik gemeint), aber die Bilder seines Vorsingens wären wochenlang gezeigt worden. Dass nur ein Laptop und ein Sänger auf der Bühne waren, machte Bechthold durch erstaunlicherweise nicht nervigen, sondern sympathischen zappelnd-tanzend-pantomimenden energiereichen Körpereinsatz wieder wett. Natürlich half außerdem, dass sein gleichermaßen zappeliger Elektro-Pop mit New-Wave-Reminiszenzen durchaus unterhaltsam war - und dass das Ganze nur eine gute halbe Stunde dauerte.

Länger hätten aber gerne "Architecture in Helsinki" spielen dürfen, deren Konzert nur eine gute Stunde währte - zu wenig eigentlich, insbesondere, da es noch nicht einmal eine Zugabe gab (vielleicht lag's auch am Ampere? Kaum waren die Bandmitglieder von der Bühne, wurde begannen, die Instrumente abzubauen. Sah nach Zeitdruck aus.). Denn der erstaunlich groovige, leicht hippieske Sound der Australier war ziemlich spaßig, und kam live deutlich mitreißender rüber als zumindest auf ihrem vorletzten Album. Dafür natürlich nicht so fein-ziseliert, was die Arrangements angeht, auch wenn im Laufe des Abends jedes der immerhin sechs Bandmitglieder mindestens einmal das Instrument mit einem der anderen tauschte. Auch net schlecht. Also: Nett und mit hohem Fun-Faktor, aber zu kurz.

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