Æon Flux
Ich halte - im Gegensatz zu Thorsten - das Mathaeser nicht für "Münchens hässlichsten Kinokomplex", aber die Kombination Kinotag, sprich ermäßigter Eintritt, und Faschingsdienstag, sprich freuer Nachmittag für viele Münchner: nicht gut. Taubenschlag nichts dagegen. Derartigen Trubel habe ich selten in einem Kino erlebt. Wenigstens waren nur die wenigsten Besucher kostümiert. Dementsprechend war auch die Æon Flux-Vorstellung nahezu ausverkauft, wenn auch in einem der beiden kleinsten Mathaeser-Säle - trotz durchwachsener Kritiken.
Die Vorbild-MTV-Animé-Serie habe ich nie gesehen, kann mich also zur Real-Umsetzung im Vergleich nicht äußern. Der Film selbst war einer jener typischen Science-Fiction-Streifen (vergl. etwa "Equilibrium"), die versuchen, mit sozialkritischen und philosophischen Ansätzen etwas mehr als nur ein solcher zu sein: es geht - wenn auch eher oberflächlich - um die Frage, was angesichts von Klon-Technologie einen Menschen als Persönlichkeit ausmacht, aber eben garniert mit futuristischen Kulissen und Kostümen - allerdings waren die von Hauptdarstellerin Charlize Theron ausnehmend scheußlich - und vielen Action-Sequenzen. Plot: Seuche vernichtet Großteil der Erdbevölkerung, Wissenschaftler entwickelt scheinbare Heilung, Rest-Menschheit lebt in Stadtenklave, die von Nachfahren des Wissenschaftlers autokratisch geführt wird, mysteriöses Verschwinden von Personen, Untergrundbewegung, die Diktator stürzen will, aber nicht alles ist so, wie es scheint, yaddayaddayadda.
Der erste Teil des Films, in dem die Grundlagen der Geschichte aufgebaut werden und sich die verschiedenen Geheimnisse der Beteiligten entdeckt werden und sich ihre Schicksale verwirren, ist trotz einiger Ungereimtheiten durchaus ansehnliche, ordentliche SciFi-Kost. Im zweiten Teil nimmt dann nicht sonderlich originelle Action überhand. Das ist alles schon OK, wenn auch nicht berauschend. Der größte Schwachpunkt von Æon Flux ist meines Erachtens Hauptdarstellerin Charlize Theron, der man - oscarpreisgekrönt hin oder her - die geschmeidige, durchtrainiert harte Attentäterin einfach nicht abnimmt. Weder Körperbau noch Habitus passen. Wer sie für attraktiv hält (ich nicht unbedingt), kann sich allerdings wenigstens an den stark figurbetonten Outfits ergötzen.
Insgesamt ist Æon Flux für einen Video-Abend halbwegs brauchbar, meinetwegen auch für einen Kinobesuch mit verbilligtem Eintritt - wenn er denn überhaupt bis zum nächsten Kinotag läuft.
Weitere aktuelle Beiträge
- 08.02.2009 - 13:36
- 04.02.2009 - 10:11
- 20.01.2009 - 16:49
- 14.01.2009 - 14:21
- 11.01.2009 - 16:42
Audio-Beiträge
- 24.11.2008
- 24.10.2008
- 23.07.2008
- 01.06.2008
- 08.04.2008
Bildergalerien
- 11.01.2009
- 12.11.2008
- 16.10.2008
- 30.09.2008
- 15.09.2008
Kommentare
Kommentar hinzufügen