22.08.2004

Analyze That (Reine Nervensache 2)

Gestern beim gemütlichen DVD-Abend gab's auch "Reine Nervensache 2", die Fortsetzung von ... tataa! ... "Reine Nervensache". Im englischen Original hiess das Original übrigens "Analyze this". Abgesehen davon, daß "analyze this, analyze that" einfallsreicher ist als "Reine Nervensache 1 & 2": warum zum Teufel sind im Deutschen die übersetzten Filmtitel grundsätzlich soviel schlechter als die Original-Titel?

Was den Film angeht: gegen Teil 1 konnte Teil 2 zu keiner Sekunde anstinken. "Analyze this" fand ich überaus amüsant, Robert De Niro als neurotischer Mafiaboss und Billy Crystal als dessen Therapeut wider Willen waren als charakterliche und auch rein äusserliche Gegenpole wirklich amüsant, und die Geschichte war obendrein einigermassen spannend.

"Reine Nervensache 2" hingegen war ziemlich lau, die Schauspieler wirkten desinteressiert, die Gags waren schwach, die Grundprämisse weniger originell. Ich glaube, vor allem Letzteres tat dem Film weh. "Reine Nervensache" bezog seinen Witz zu grossen Teilen den bizarren Situationen, in die die Hauptfiguren geworfen wurden: Pate Vitti durch seine Neurosen, die ihn vom mächtigen Macho zur Heulsuse werden liessen, Psychater Sobel als sensibel-quirliger Normalo durch die Konfrontation mit der sizilianischen Familie. Diese Absurditäten wurden genüsslich ausgekostet und gingen eben der Fortsetzung fast vollkommen ab. Obendrein spielte Vittis Handlanger Jelly (Joe Viterelli) - im ersten Teil trotz seines Gangstercharakters einer der absoluten Sympathieträger - nur eine untergeordnete, nahezu überflüssige Rolle.

Bezeichnend ist, daß der Abspann mit Outtakes witziger war, als die wenigen lauen Gags im Film selbst. Teil 1 kann ich jederzeit als leichtgewichtige aber wirklich witzige Komödie mit sehr guten Schauspielern empfehlen, Teil 2 muss aber nicht sein.

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