23.06.2005

Analog-ie


On the upcoming album he's using a Hammond C3 with Leslie 122 & 145, Minimoog model D, Mellotron M400 S, Hohner Clavinet D6, Rhodes Mark II Stage Piano, Arp Pro Soloist, Arp Axxe, Solina String Ensemble, Logan String Melody, Stylophone, Kawai organ, Roland Space Echo RE-150, Sound Workshop Spring Reverb, MXR Distortion +, Ibanez Flanger Fl-305, Vox wah-wah. Fender Twin Reverb amplification. Also borrowing a Wurlitzer A200, Reed organ, Zuckermann Harpsichord and a Petrof Grand Piano.

Diese Art von Analogfetischismus - zu bestaunen auf der Website der norwegischen Retro(ach?)Prog-Band Wobbler - erinnerte mich spontan an eine weitere Gruppe, bei der es auch in anderer Hinsicht Parallelen zu Wobbler gibt: die US-Amerikaner Maxwell's Demon, die auf ihrem Debüt "Prometheus" den üblichen Satz in CD-Booklets auf den Kopf stellen und verkünden:

The music on this Compact Disc was originally recorded on analog equipment. We have attempted to preserve, as closely as possible, the sound of the original recording. Because of its high resolution and bandwidth, however, the analog source tape can reveal limitations of the Compact Disc format.

"Maxwell's Demon" wurden damals (lang ist's her: im Jahr 2001) ganz ähnlich wie in letzter Zeit Wobbler als mögliche Änglagård-Nachfolger gehandelt, eben weil sie einen sehr analog-betonten Sound mit viel Orgel und Mellotron pflegten und es einige oberflächliche musikalische Ähnlichkeiten gab. "Oberflächlich" deshalb, weil Maxwell's Demon deutlich weniger melodisch und melancholisch zu Werke gingen, sondern stattdessen schräger, beinahe mit RIO-Anklängen agierten. In der Theorie klingt eine Verbindung von Avant- und RetroProg in der Tat verlockend, allerdings waren Maxwell's Demon einerseits zu zahm, um durch musikalische Wildheit zu begeistern, andererseits so schräg, dass die emotionale Einschlagskraft ihrer Musik kompromittiert war.

Dieser Unterschied zum vermeintlichen Vergleichspunkt Änglagård unterscheidet Maxwell's Demon dann auch wieder von Wobbler: die Norweger gehen wesentlich melodischer zur Sache und setzen komplett auf den Klang der melodischen Proggrößen der 70er Jahre, auch wenn es zwischendurch gelegentlich obligat angeschrägt wird.

Deswegen denke ich auch, dass Wobbler wohl nicht so allgemein untergehen werden und relativ schnell in Vergessenheit geraten, wie es Maxwell's Demon zustieß: sie sollten ein deutlich größeres Publikum ansprechen können. Allerdings hat es mich gefreut, auf der Maxwell's Demon-Website zu lesen, dass die Band gerade in den Arbeiten zu einem zweiten Album steckt: Einiges Potential zeigte "Promotheus" auf jeden Fall, auch ganz abgesehen von dem beinahe zwanghaften Analogfetischismus.

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