All-inclusive ist ex-klusive
Bevor ich das Thema Urlaub vorläufig abhake, muss ich noch eins loswerden. Es gilt nicht nur: "home listening is killing clubs", sondern auch: "All-inclusive killt das Wohlfühl-Klima".
Unser diesmaliges Hotel war das erste, in dem wir - Halbpensionäre - uns den Besuch mit All-inclusive-Gästen teilten. Diese konnte man an den schmucken, allgegenwärtigen knatschgelben Plastikarmbändern erkennen, die Butch der Bulldogge etwas vergrössert alle Ehre als Halsband gemacht hätten. Die Auswirkungen dessen waren vor allem: Selbstbedienung allenthalben und Abräummentalität bei den Service-Kräften. Morgens bei Frühstück: komplette Selbstbedienung. Tagsüber an der Pool-Bar: komplette Selbstbedienung. Abends an der Hotelbar: komplette Selbstbedienung. Bei Abendessen wurde wenigstens die Getränkebestellung aufgenommen und an den Tisch gekarrt, das war's dann aber auch: vom üblichen Alibi-Einschenken des ersten Schlucks gabs beispielweise keine Spur.
Ich kann es verstehen. Wenn ich mitansehe, wie ein Paar All-inclusive-ler innerhalb einer knappen Stunde jeweils drei "kostenlose" Bier an der Hotelbar vertilgt, wird klar, wo die wahren Kosten verborgen sind: eine individuelle Bedienung lohnt sich einfach nicht mehr bzw. dürfte überhaupt kaum machbar sein. Natürlich lohnen sich dann auf Gastseite auch keine Trinkgelder mehr, und damit dürfte die Motivation des Personals ebenfalls nicht unbedingt steigen. Und etwas Weiteres lohnt nicht mehr: ein Urlaub im All-inclusive-Hotel. Denn ex-klusive ist das Wichtigste: das Wohlfühl-Klima.
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