22.03.2005

Alben, die kaum jemand kennt, Teil 3: Franck Band - Looser

Die Verzweiflung lauert an jeder Ecke. Es gab Zeiten - zugebenen: lang' ist's her -, zu denen ich dachte, dass es nichts Lohnenswertes in Sachen Musik mehr zu entdecken gebe. Heutzutage verzweifle ich eher angesichts der unüberschaubaren Fülle an Musik "da draußen", die darauf wartet, gewürdigt zu werden, und dies erst recht, wenn ich mir vergegenwärtige, welche Zufälle manche Entdeckungen erst ermöglichen.

Von der Franck Band (auf ihrem Live-Album von Bandboss Hinrich Franck seltsamerweise als "Franzk" ausgesprochen) hätte ich mit ziemlicher Sicherheit nie gehört, wenn nicht ein Schulfreund von mir vor längerer Zeit, als mir lieb ist, bei Franck-Bandmitlied Werner Neumann Gitarrenunterricht genommen hätte. Dabei ist die gleichermaßen virtuose wie verspielte Mischung der Band aus slapbasslastigem Funk, schrägem Jazzrock, deutschsprachigem Sprechgesang (dies schon 1991; wir erinnern uns: "Jetzt gehts ab" von den Phantastischen Vier erschien ebenfalls 1991) und satirisch-avantgardistischen "Bauerntänzen" originell und musikalisch spannend. Lediglich die stellenweise arg den 80er Jahren entsprungenen Fanfaren-Synthesizer-Klänge sorgen für leicht gequältes Grimasseschneiden. Dem ein oder anderen könnten auch die etwas seltsamen Texte sauer aufstoßen; ich finde sie für das musikalische Umfeld, in das sie eingebettet sind, zumindest irgendwie ... erfrischend.

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