15.09.2005

Adoptivprog

Wenn wir schon bei neuen Stil-Bezeichnungen sind, will ich gleich noch einen Begriff einführen, der mir seit einiger Zeit durch den Kopf geht: Adoptivprog.

Die Grenzen zwischen Genres sind immer fließend. Insbesondere der Unterschied zwischen Jazzrock und Progressive Rock ist nicht immer leicht zu bestimmen. Einige Alben, die allgemein dem Prog zugerechnet werden, könnte man rein musikalisch gesehen genauso gut als Jazzrock/Fusion bezeichnen. Was aber für viele dieser Alben gilt, insbesondere solche aus dem 70er Jahren: die entsprechenden Künstler kommen nicht aus dem angloamerikanischen Raum.

Das Interesse der Jazzfans konzentriert sich anscheinend vor allem auf die Vorreiter der Szene aus dem Miles-Davis-Stall und ihre amerikanischen Nachfolger, und keiner kümmert sich um oder erinnert sich auch nur an Bands wie Nova aus Italien oder Iceberg aus Spanien. Dabei gab es gerade in den romanischen Ländern viele durchaus sehr gute jazzrockige Gruppen, die oftmals Einflüsse ihrer Landeskultur aufgriffen - die aber eben weltweit kaum jemand kennt. Und diese Bands haben mit den Progfans, die immer auf der Suche nach obskuren Alben aus ungewöhnlichen Ländern sind, nach dem Motto: je unbekannter, desto besser, eine Ersatzfamilie gefunden - quasi "Prog durch Adoption".

Kommentare

Dann geht eh AdProg: dann haste gleich beides drin, adoptiv und advanced.

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