16.05.2004

6. Eclipsed Festival mit IQ und The Amber Light

Gestern stieg im Aschaffenburg das 6. Eclipsed Festival, zu dem wir mit unserer Müncher Prog-Fraktion mit 6+2 (Christine Gast Christian und Wolfgangs Kumpel Tom) Leuten anreisten. Nach Umfahrung des auf der Strecke München-Aschaffenburg unvermeidlichen 16km langen Baustellen-Staus und wegen fetten VW-Vans nicht ganz einfacher Parkplatzsuche, staunten wir nicht schlecht über die vor dem Colos-Saal aufgereihte Besucher-Schlange (mehr zum Schlangestehen als solchen in einem späteren ProgBlog-Eintrag...). In der Schlange und im angrenzenden Bistro fanden sich gleich einige bekannte und einige noch nicht bekannte Gesichter (letztere konnten aber teils mit schon bekannten E-Mail-Adressen verbunden werden...). Nachdem wir uns bis zu Kasse vorgekämpft und unsere vorbestellen Karten abgeholt hatten, ging's auch schon ziemlich zügig los.

Zu unserer Schande muss ich gestehen, dass kaum jemand aus unserer Gruppe von The Amber Light viel mitbekommen hat. Deren Alternative-angehauchter, Eclipsed-abgefeierter "New Art Rock" traf nicht wirklich unseren musikalischen Nerv. Stattdessen verbrachten wir einen geruhsamen Auftakt des Abends in dem oben erwähnten Bistro: die soziale Komponente stellt sich bei unseren Konzertfahrten immer mehr als mindestens genauso wichtig wie die Musik selbst heraus.

Mit ganz leichter Verspätung betraten IQ die Bühne, das neue Album im Gepäck, am Merchandising-Stand für nicht unerhebliche 18,- Euro (was mir persönlich zu teuer war, um zuzuschlagen. Natürlich sahen die Anderen das anders... und auf der Rückfahrt konnten wir uns die CD brühwarm anhören, die auch einen wirklich guten Eindruck machte. Nach dem eher durchwachsenen "Seventh House" scheinen IQ wieder ein wirklich konsistent gutes Album geschafft zu haben: druckvoll produziert, mit modernem Sound aber genug Prog-Ingredenzien, um auch Hardcore-NPWEs zufriedenzustellen, verspielt, aber nicht überladen, mit obendrein gutem Gesang) und auch großteils live auf der Bühne. IQ waren gutgelaunt und spielfreudig wie immer. Leider war der Sound durchwachsen: die Gitarre war nur zu hören, wenn sie Melodielinien spielte, begleitendes Gebratze und -schrammel drang nicht durch. Der Bass war matschig gemischt und deckte sich im Frequenzgang stellenweise mit dem Schlagzeug, was ein unangenehmes Dröhnen verursachte.

Das Colos-Saal war ziemlich voll und düster. Unter anderem deshalb wurde es mir nach gut anderthalb Stunden drinnen doch zu anstrengend. Nach ein wenig Rumlungern im Gangbereich vor dem Saal fand ich mich im Bistro wieder, wo ich nicht lange alleine blieb (soziale Komponente und so... ;-) ). Das Publikum war jedenfalls von IQ begeistert, und die Band ließ sich mit der Spielzeit auch nicht lumpen, so daß es reichlich spät war, bis alle eingesammelt und in den Van verfrachtet waren. In solchen Fällen ist es ein entscheidender Nachteil in solchen Fällen ist es, im Münchner Süden zu wohnen (noch härter traf es natürlich unseren Fahrer Tom, der noch weiter nach Deisenhofen musste, deshalb: Danke!). Da fast alle auswärtigen Veranstaltungen irgendwo nördlich von München stattfinden, bedeutet dies, daß man auf dem Rückweg als ziemlich letzter zuhause abgesetzt wird, sprich: 5:30 morgens, pünktlich zum Sonnenaufgang. Gute Nacht!

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