3.Freakshow-Festival, Teil 2: Tag 1, Versus X
Versus X aus Frankfurt kannte ich bis jetzt nur auszugsweise, und das, was ich schon gehört hatte, war ganz nett, hatte mich aber nicht sonderlich umgehauen. Daher gehören Versus X für mich zu den positiven Überraschungen des Festivals. Zwar war der Sound im Saal ein ordentliches Stück zu laut, mit den Ohrstöpseln war's aber OK. Die Band spielte fast nur Longtracks, von denen die ersten beiden zwar in wohl typischer Manier verschachtelt und vielteilig komplexen RetroProg mit der besseren Sorte mit starken Keyboards boten, aber wenig erinnernswerte Teile hatten. Danach kam ein neuer Longtrack, der auf dem nächsten Album zu finden sein wird, der mir sehr gut in Erinnerung ist: mit einem stärkeren Schuss Änglagard und einigen groovigen Teilen, dann "Curtain Call" vom zweiten Album, das einen schönen Schlusspunkt setzte.
Größter Schwachpunkt von Versus X dürfte der Gesang von Gitarrist und Frontmann Arne Schäfer sein, der von der wackligen, wenig kräftigen Sorte ist, allerdings für mich den Konzertgenuss nicht wirklich trübte. Dennoch: mit einem dedizierten, guten Sänger könnte die Band vielleicht noch einiges mehr aus ihrem Sound machen, evtl. könnte man dann auch mal ein paar mehrstimmige Passagen einbauen, die die Wirkung gerade der bombastischen Teile sicher verstärken würden. Ausserdem hat mich das ständige, leicht angeberhafte Schlagzeug-Stock-Wirbeln des Drummers ein bisschen genervt, was natürlich mit der Musik an sich nichts zu tun hat.
Jedenfalls bin ich auf das nächste Versus X Album gespannt. Hoffentlich können die anderen Songs das hohe Niveau des live vorgestellten Stückes halten.
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