16.06.2004

3.Freakshow-Festival, Teil 1: Tag 0 und Tag 1, erste Hälfte

Letztes Wochenende fand in Würzburg das Freakshow Artrock-Festivals statt, das der unermüdliche (so abgedroschen diese Vokabel klingt, aber auf den Über-Enthusiasten Charly trifft sie einfach zu) Charly Heidenreich nach 2001 und 2003 zu dritten Mal auf die Beine stellte. Nach dem fantastischen Festival im letzten Jahr (unter anderem mit Anekdoten, Änglagård und Magma) war klar, dass ich dieses Jahr wieder dabei sein musste.

Mit-p-dt-südler Ulrich "der andere Uli" Miksa und ich reisten schon am Freitag an (dank günstigem Bayern-Ticket für 22,- Euro regten wir uns kaum über den verpassten Anschlusszug und die damit verbundene einstündige Verspätung auf), da wir wie im letzten Jahr ein Prä-Freakshow-Treffen mit anderen [progrock-dt]-Mitgliedern und "Nasen" aus dem Chat (#progrock-dt im Quakenet) geplant hatten.

Nach der zwar eigentlich praktischen (Küche und Balkon als gemeinsamer Klön-Raum), aber insgesamt recht beengten und obendrein nicht wirklich günstigen Appartement-Unterkunft im letzten Jahr, mieteten wir uns diesmal in der Pension Groene ein, eine Pension zwar ohne Frühstück, aber mit sehr passablen Preisen und guten, innenstadtnaher Lage. Die Inneneinrichtung verströmt zwar tiefsten 50er-Jahre Charme inklusive Blümchentapete, aber die Zimmer waren sauber und grosszügig geschnitten (Einzelzimmer mit Sofa, Tisch, zwei Stühlen und Balkon).

Nach dem am Freitag abend mehr oder weniger alle eingetroffen waren (verschollen blieb nur der schweizer Siegerländer Tuba-Harry, der die falsch Handy-Nummer zur Kontaktaufnahme notiert hatte...), pilgerten wir zum Zaubergarten, einem anfürsich sehr netten Biergarten direkt in der Nähe des Veranstaltungsortes Theater Bockshorn, allerdings ein gutes Stück von der Pension. "Anfürsich" deshalb, da wie eigentlich immer ein Biergarten nur so nett ist, wie das Wetter, bei dem man drin sitzt... Und irgendwann fing es halt an elend zu regnen. Und der Zaubergarten besteht nur aus Biergarten... Die aufgestellten Sonnenschirme waren erstens zu klein, zweitens schnell vollgesogen und im wahrsten Sinne des Wortes tropnass. Nachdem nach einiger Zeit der Regen keinerlei Anzeich gab, endlich nachzulassen, rafften wir uns auf, mit Taxis zu verschwinden: Ziel "Cafe Franz" (dort hatten wir schon im letzten Jahr abends gesessen und morgens gefrühstückt), wo die gesellige Runde, inzwischen durch Nachzügler Horst ergänzt, bei den üblichen Gesprächen zwischen "90125 ist/ist nicht scheisse" und "Woran die DDR zugrunde ging" noch eine Weile andauerte.

Am nächsten Morgen ging's in zwei "Schichten" zum Veranstaltungsort, da Charly uns gebeten hatte, beim Einräumen der Halle und beim Ausrüstung-Schleppen ein wenig mitzuhelfen. Das Bockshorn ist eigentlich ein Kabarett-Theater, stellte sich aber als sehr gute Konzert-Location heraus. Während die letztjährige Halle sehr hell und irgendwie "nobel" wirkte, war das im Souterrain gelegene Bockshorn dunkel eingerichtet und hatte eine genügend große Bühne und einen passenden Zuschauerraum (ca. 200 Plätze bei Bestuhlung). Lediglich das Foyer war etwas kleiner als es hätte sein dürfen. Dafür war auf dem Vorplatz genügend Raum, gutes Wetter vorausgesetzt. Das Getränke-Schleppen, Stühle-Aufstellen, Anlage-Karren war dank vieler helfender Hände relativ schnell erledigt. Die ersten Bands trafen auch schnell ein: die Chilenen von Akineton Retard (momentan auf mehrmonatiger Europa-Tournee) und Wobbler aus Norwegen, die dank Wikinger-Hippie-Look sofort als Wobbler zu erkennen waren... Schliesslich Versus X, deren zweiter Wagen leider auf der Autobahn einen Auffahr-Unfall, gottseidank ohne Personen- und Ausrüstungsschaden hatte. Das Festival selbst begann dann mit einstündiger Verspätung (wie üblich) gegen 14:00 bei ordentlich gefüllter Halle: in den letzten Tagen vor dem Festival waren noch einige Vorbestellungen eingetroffen, und ein paar Tages- und Festivaltickets wurden gottseidank auch noch vor Ort verkauft.

Bemerkungen zu den Bands des ersten Tages folgen im nächsten Eintrag, der hier ist schon lang genug :-)

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