07.12.2008

1. Metal Jazz Fest, Metropolis, München, 30.11.2008

"Freier Eintritt für Frauen": Eine hübsche Idee für das "1. Metal Jazz Fest" mit der Christian Schwarzbach Band, 7for4 und Panzerballett. Nur gebracht hat sie nichts, jedenfalls nicht sichtlich: Die Frauenquote im Münchener Metropolis war meines Erachtens nicht wesentlich höher, als sie ohne dieses Gimmick gewesen wäre. Überhaupt war die Besucherzahl nicht sonderlich hoch: vielleicht um die 100 Freunde der krassen Musik waren erschienen, so dass das Metropolis zwar nicht leer, aber auch nicht sonderlich gefüllt wirkte.

Auch ich selbst war eher aus Solidarität mit den Machern dort, da ich sowohl 7fo4 als auch Panzerballett bereits mehrfach live gesehen hatte, und die zwei Stücke von Christian Schwarzbach auf der MySpace-Seite des Fests (mir) keinen Grund lieferten, wegen ihm zu kommen. Letztenendes hat sich der Besuch aber doch gelohnt, vor allem wegen des für mich großteils neuen Panzerballett-Programms (mehr dazu gleich).

Wie erwartet war die Christian Schwarzbach Band musikalisch großteils mindestens uninteressant, sogar langweilig. Harmonisch und rhythmisch meist instrumentaler 08/15-Hardrock mit ein wenig Fusion-Einschlag, wozu Christian Schwarzbach zugegebenermaßen virtuos und professionell mit der Gitarre solierte, und zwar ständig. Die einzige Abwechslung zum quasi endlosen Gitarrensolieren war ein vereinzeltes hervorragendes Basssolo zwischendrin.

Zwar bestehen auch 7for4s Stücke zu großen Teilen aus Gitarren-Pyrotechnik, sich aber musikalisch doch meist spannenender und auch voneinander stärker verschieden, und obendrei ist Wolfgang Zenk ein technisch noch weit beeindruckenderer Gitarrist. Alllerdings boten 7for4 bei ihrem Auftritt gegenüber den drei oder vier früheren Gelegenheiten, bei denen sich sie bereits gesehen hatte, wenig neues was Sound oder Konzept angeht.

Ganz anders sah es bei Panzerballett aus. Zum einen spielte die Gruppe nur zwei Stücke, die ich überhaupt schon kannte ("Friede, Freude, Fußball" und "Sepulturzeit"), zum anderen ging es auch vom Sound her insgesamt deutlich abwechslungsreicher als bei früheren Panzerballett-Konzerten zu. Zum einen lag dies an gleich zwei Gästen (Andy Lind am Grollgesang, Conny Kreitmeier am Kreitmeiergesang), zum anderen am anscheinend gestiegenen Einfluss von Mitgitarrist Martin Mayrhofer: neben den üblichlichen Verkrassungen (sprich: Cover-Versionen, diesmal unter anderem das "Simpsons Theme" zum Einstieg, "Ein bisschen Frieden" und Rammsteins "Mein Teil") gab es auch eine Andy-Lind-Komposition sowie eben ein neues Stück von Mayrhofer zu hören, außerdem ein langes Zappa-Medley mit Mayrhofer-Gesang, das Panzerballett wohl ursprünglich für ihren Auftritt bei der Zappanale 2008 vorbereitet hatten.

Daher hat sich der Besuch beim 1. Metal Jazz Fest (ob's auch ein 2. geben wird? Ich glaube es angesichts des nicht überragenden Zuschauerzuspruchs eher nicht) doch gelohnt, schließlich war auch der Eintrittspreis mit 20,- Euro für drei Bands sehr zivil.

Kommentare

Panzerballett hab ich noch vor kurzem in Bad Godesberg gesehen, und da hatten sie schon sehr viel neues. Klingt, als geht da noch einiges - ich freu mich schon auf das nächste Konzert!

Ich bin auch wieder dabei, in Bad Godesberg wars schon klasse, der Bericht klingt vielversprechend, so dass sich ein weiterer Besuch im Frühjahr auf jeden Fall lohnt!

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